Darmkrebszentrum bietet optimale Therapieergebnisse

Im Klinikum Hanau arbeiten medizinische Experten fächerübergreifend zusammen / Patienten profitieren von einer umfassenden Versorgung unter einem Dach.  
Darmkrebs zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen. Jährlich werden in Deutschland rund 70.000 Neuerkrankungen registriert. Die Diagnose, Behandlung und Nachbetreuung von Patienten mit Darmkrebs sind anspruchsvolle Aufgaben. Am besten werden sie deshalb durch ein Spezialistenteam geleistet, das die Erfahrung und das Wissen der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen zusammenführt. Deshalb gibt es im Klinikum Hanau das Darmzentrum Hanau (DZH). „Es steht für eine maximale Qualität“, unterstreicht sein Leiter, Chefarzt Professor Dr. med. Peter Langer.

„Es ist heute nicht mehr möglich, außerhalb von spezialisierten Zentren Darmkrebs optimal zu behandeln“, betont Professor Langer. Das DZH ist deshalb zertifiziert. Das heißt: Es muss hohe Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter, die Ausstattung, das Behandlungsqualität und das Leistungsangebot erfüllen. Diese Leistungsstärke wird in regelmäßigen Abständen von unabhängigen externen Experten – u. a. der Deutschen Krebsgesellschaft – überprüft. „Deshalb können Patienten und Patienten sicher sein, im Darmzentrum Hanau die bestmögliche Diagnostik, Behandlung und Versorgung zu erhalten“, sagt Prof. Langer. 

Das DZH ist interdisziplinär aufgestellt. Das heißt: Mediziner aus unterschiedlichen Kliniken unter dem Dach des Klinikums Hanau bringen ihr Wissen ein. Der Vorteil des DZH für Patienten liegt deshalb auch in kurzen Wegen und einer optimal abgestimmten Behandlung. Alle diagnostischen und therapeutischen Angebote sind im Darmzentrum selbst verfügbar. In regelmäßigen Tumorkonferenzen wird die Behandlung jedes einzelnen Patienten durch das gesamte Team besprochen und festgelegt.

Am Anfang steht jedoch die Diagnose. Die Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie bietet dafür das ärztliche Know-how und modernste Technik, wie es sie deutschlandweit in Kliniken nur äußerst selten gibt. „Auch für Menschen, die eine klassische Darmspiegelung ablehnen und so einer Darmkrebsfrüherkennung entgehen, haben wir im Klinikum Hanau nun eine noch breitere Palette an Möglichkeiten, um den Darm effektiv und mit exzellenter Qualität untersuchen zu können“, berichtet Chefarzt Privatdozent Dr. Axel Eickhoff. 

Die Klinik ist zugleich Teil des Darmzentrums Hanau. Alle neuen Früherkennungsverfahren haben gemeinsam: Sie sind schonend, verursachen praktisch keine Schmerzen, senken die Komplikationsrate, liefern detailgenaue Ergebnisse und gestalten den Ablauf der Darmuntersuchung für den Patienten deutlich komfortabler. 

Dazu zählt vor allem die Endoskopie. Herkömmliche Geräte erlauben dem Arzt am Monitor einen Blickwinkel von 170 Grad. Nun gibt es aber ein Endoskop mit „Rückspiegel“ – eine weltweite Neuheit. Es ermöglicht einen Rundumblick im Darm von zirka 340 Grad. An der Spitze des Endoskops liefert ein Videochip die Bilder; beim Endoskop mit „Rückspiegel“ wurden nun zwei weitere Lichtquellen und Bildprozessoren eingebaut. „Damit können wir jetzt auch nach hinten und zur Seite schauen“, erklärt Dr. Axel Eickhoff. Das ist deshalb wichtig, weil sich  kleinste Tumoren schon mal in den Darmfalten verbergen können. „Bei der klassischen Darmspiegelung können solche Tumoren deshalb in fünf bis zehn Prozent der Fälle gar nicht erkannt werden.“

Eine weitere Neuheit im Klinikum Hanau ist das sanfte Einmalendoskop; es wird nach jeder Untersuchung weggeworfen. Es bewegt sich geschmeidig wie eine Schlange durch den Darm. Es ist extrem dünn, hoch flexibel und daher sehr schonend. Es kann daher kleinste Kurven und Windungen im Darm überwinden. 

Die Qualität der Darmspiegelung im Klinikum Hanau wird auch durch neue traditionellen Endoskope gesteigert, die erst seit Oktober 2013  verfügbar sind. Sie bieten brillante, hoch auflösende Bilder im HDTV-Format. „Das ist eine neue Generation von Geräten mit höchster Bildauflösung. Und die Endoskope sind zugleich noch dünner, flexibler und leichter geworden“, berichtet Dr. Axel Eickhoff: „Sie sind deshalb in der Anwendung für den Patienten noch sanfter.“

Schließlich rundet eine so genannte Colonkapsel das neue Angebot der Medizinischen Klinik II ab. Sie stellt eine Weiterentwicklung der bisherigen Technik dar. Die Kapsel wird geschluckt, wandert durch den Darm und zeichnet dabei Bilder auf. Bei der herkömmlichen Version kann es aber vorkommen, dass nicht immer genügend gute Bilder zur Verfügung stehen. Die neue Generation der Darmkapsel ist jetzt aber mit speziellen Lichtfiltern ausgestattet und von außen in einem gewissen Umfang im Darm dirigierbar. Die Qualität der Aufnahmen ist mit Bildern vergleichbar, die ein Endoskop vom Darm liefert. 

„Die neuen Techniken sollen und können die klassische Darmspiegelung in keinem Fall ersetzen“, sagt Dr. Axel Eickhoff,  „auch weil mit dieser in einem Arbeitsgang zugleich Polypen oder kleine Tumoren entfernt werden können. Die neuen Methoden sind aber sehr gut für Menschen geeignet, die sonst gar nicht zu einer Darmspiegelung kommen würden.“

Eine weitere wichtige Säule der Darmkrebsbehandlung ist die medikamentöse Therapie – u. a. als Chemo- oder Antikörpertherapie. Sie findet in erster Linie in der Ambulanz und Tagesklinik der Klinik für internistische Onkologie, Hämatologie und klinische Immunologie unter Leitung von Chefarzt PD Dr. Martin Burk statt. Nur in wenigen Fällen ist eine stationäre Therapie notwendig. 

Die Ambulanz kümmert sich jedes Jahr um mehrere tausend Krebspatienten. Das Motto der Klinik, erläutert Dr. Burk, lautet: „So viele Patienten wie möglich sollen ambulant behandelt und so wenige wie nötig stationär aufgenommen werden müssen.“ Es sind alle Möglichkeiten einer Klinikbehandlung vorhanden, die Patienten werden aber nicht stationär aufgenommen. Sie können noch am selben Tag nach Hause gehen und müssen nicht über Nacht in der Klinik bleiben. Das gibt ihnen Geborgenheit und ein höheres Maß an Lebensqualität.

Zum Darmzentrum gehört weiter die Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie. Denn auch in bestimmten Bereichen der Darmkrebsbehandlung (Mastdarm) kommt die Radiotherapie zum Einsatz – oft in Kombination mit einer Chemotherapie. In der Klinik wird die Strahlentherapie mit zwei modernen Bestrahlungsgeräten durchgeführt, die technisch zur neuesten Generation gehören. So kann den Patienten eine schonende Therapie angeboten werden, die ebenfalls in der Regel ambulant durchgeführt wird, berichtet Chefarzt Professor Dr. med. Dietmar Zierhut.

Klinikum Stadt Hanau
Leimenstraße 20
63450 Hanau
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