Pflanzliche Hormone aus Soja

Bild: segovax_pixelio.de
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Wie gesund sind Isoflavone wirklich?

Wer glaubt, dass natürliche Stoffe immer gesund seien oder frei nach dem Motto „viel hilft viel“ Nahrungsergänzungsmittel mit Hormonen einnimmt, ist nicht immer auf de sicheren Seite. Nicht alle Stoffe werden geprüft, bevor sie auf den Markt kommen. Das Gesundheitsportal PhytoDoc hat sich daher eingehend damit beschäftigt, wie gesund Isoflavone sind.

Aus Soja isolierte Isoflavone sind in ihrer Wirkung dem weiblichen Hormon Estradiol sehr ähnlich, besitzen allerdings einen schwächeren Effekt. Wirksam sind vor allem die Isoflavone Genistein und Daidzein, die in ihrer chemischen Struktur Ähnlichkeit mit dem weiblichen Hormon haben. Dr. Gunda Backes, Ernährungsexpertin bei PhytoDoc, gibt hierzu Folgendes zu bedenken: „Ergebnisse aus klinischen Studien deuten darauf hin, dass Isoflavone das Brustdrüsengewebe beeinflussen und somit möglicherweise Brustkrebs fördern können. Da aber gerade Frauen in den Wechseljahren eine Risikogruppe für Brustkrebs darstellen, kann besonders bei ihnen der Einsatz von Isoflavonen problematisch sein. Auch Personen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten mit der Einnahme von Isoflavonen vorsichtig sein. Denn bei bestehendem Jodmangel können letztere die negativen Wirkungen einer Jodunterversorgung noch verstärken.“

Fazit: Soja-Lebensmittel sind für gesunde Erwachsene völlig unbedenklich. Denn die Isoflavone kommen dort nur in geringen Mengen vor und liegen in einem natürlichen Verbund mit anderen Inhaltsstoffen vor. Vorsicht ist bei isolierten Isoflavonen geboten. Alternativen zu isolierten Isoflavonen sind natürliche Sojalebensmittel wie Tofu oder Sojamilch (1 Glas enthält etwa 20 mg Isoflavone). Weitere Informationen zu diesem Thema unter www.phytodoc.de/news

Expertenstatements und Statistik

Dr. Johann Birkel, TCM Arzt und Internist stellt fest: „Mit den Isoflavonen bzw. Sojaprodukten verhält es sich in der Traditionellen Chinesischen Medizin folgendermaßen: Da man eine statistische Wirkung im Sinne einer Östrogenfunktion gefunden hat, wird ein isolierter Einzelstoff für alle Frauen perimenopausal empfohlen. Nun sind aber die Mechanismen, die bei Frauen perimenopausale Beschwerden verursachen, vielfältig, und jedes Individuum bringt eigene ‚energetische’ Veränderungen bzw. konstitutionelle Voraussetzungen mit. Wird aber, wie in der TCM üblich, die individuelle energetische Situation bestimmt, kann man gezielt mit Phytotherapie, also Kombinationen aus ‚ganzen’ Pflanzenteilen und Akupunktur therapeutisch eingreifen. Ein wichtiger Punkt der Behandlung ist zudem QiGong.“ Weitere Infos unter www.tcm-internist.de

Bewährte Drei-Säulen-Therapie

Derzeit erhalten in Deutschland 1,4 Millionen Frauen eine Hormontherapie, vor allem gegen Hitzewallungen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt: „Die Behandlung sollte so kurz und so niedrig dosiert wie möglich erfolgen.“ Ärzte für Naturheilverfahren raten den Frauen, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Bewährt hat sich eine Drei-Säulen-Therapie, wie sie an der NaturaMed Vitalclinic in Bad Waldsee praktiziert wird: Gymnastik und physikalische Therapie, gemäßigte Vollwertkost sowie Pflanzenmedizin. Die Ernährung spielt dabei eine wesentliche Rolle. „Mit Fett und Kohlenhydraten sollte zugunsten von Eiweiß gegeizt werden“, weiß Dr. Vinzenz Mansmann, Chefarzt der NaturaMed Vitalclinic aus seiner Erfahrung mit Patientinnen.
„Allein durch Normalisierung des Körpergewichtes erübrigen sich viele Wechseljahresbeschwerden ohne jede weitere Therapie.“

Isoflavone – Basiswissen

Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, kommen insbesondere in Sojabohnen und anderen tropischen Hülsenfrüchten vor. Sie sind ohne Nährwert, haben aber wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den Ketosteroidhormonen (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwach geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt.