Schulterschmerzen – müssen nicht geschultert werden

Foto: Praxis Dr. Fecher & Kollegen

Typischerweise treten Beschwerden spontan ohne auslösendes Ereignis auf. Teilweise werden Schmerzen aber auch durch kurzzeitige Überbeanspruchung des Gelenkes oder kleinere Bagatellverletzungen des Gelenkes ausgelöst. Die betroffenen Patienten leiden unter nächtlichen Schmerzen beim Liegen auf der Schulter. Tagsüber werden meistens Beschwerden und Einschränkungen der Beweglichkeit beim Abspreizen und Belasten des Armes beklagt. In schweren Fällen und wenn die Schmerzen schon längere Zeit bestehen, kann die Beweglichkeit des Schultergelenkes massiv eingeschränkt sein. Meistens werden die Schmerzen an der Vorderseite der Schulter angegeben mit Ausstrahlung in den Oberarm, gelegentlich sogar bis in die Hand hinein. 

Bereits durch die ausführliche Befragung des Patienten bekommt der Arzt die entscheidenden Hinweise, welche Gelenkschäden vermutlich für die schmerzhafte Funktionsstörung des Gelenkes verantwortlich sein könnten. Durch die Untersuchung des Gelenkes mit Überprüfung der Muskelkraft, der Beweglichkeit und der schmerzhaften Bewegungsabläufe kann bereits abgeschätzt werden, welches Ausmaß an Verschleiß und Entzündung vorliegt. Die Ultraschalluntersuchung zeigt, ob Verkalkungen und Einrisse der Sehne sowie entzündungsbedingte Flüssigkeitsansammlungen im Gelenk und der Schleimbeutelschicht vorliegen. Durch eine Röntgenuntersuchung können höhergradige Abnutzungserscheinungen des Gelenkknorpels (Arthrose), welche an der Schulter selten vorkommen, ausgeschlossen werden. In 90 % der Fälle werden die Gelenkschmerzen durch chronische Abnutzungsprozesse der Supraspinatussehne verursacht.

Die Behandlung ist zunächst immer nichtoperativ für einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten. Dadurch können bei etwa 80 % der Patienten die Beschwerden zufriedernstellend reduziert werden. Die nichtoperative Behandlung beinhaltet immer die Beratung des Patienten, welche Bewegungsabläufe und Belastungen vermieden werden sollten. In Abhängigkeit vom Ausmaß der Beschwerden und Gelenkschädigung können folgende konservative Behandlungsmethoden angewendet werden:

• Entzündungshemmende Tabletten
• Bewegungsübungen
• Injektionen mit entzündungshemmenden Medikamenten
• Stoßwellenbehandlung
• Akupunktur

Erst wenn trotz aller Behandlungsversuche nach mehreren Wochen weiterhin inakzeptable Beschwerden bestehen, muss die Notwendigkeit einer operativen Behandlung geprüft werden. Zur exakten Beurteilung des Gelenkschadens und Planung des Eingriffs ist dann zunächst noch eine kernspintomographische Untersuchung des Gelenkes erforderlich. Dies ermöglicht eine präzise Planung der Operation und eine bessere Einschätzung der zu erwartenden Heilungsaussichten und des weiteren Verlaufs.

Nahezu alle Eingriffe am Schultergelenk sind in arthroskopischer Technik über 2-3 wenige Millimeter große Hautschnitte möglich. Im Rahmen der Operation wird entzündliches Gewebe entfernt, die Sehne geglättet und der Gleitraum der Sehne erweitert. Sofern sich bei der Gelenkspiegelung herausstellt, dass ein kompletter Einriss der Sehne vorliegt, kann dieser durch eine Naht der Sehne behandelt werden. Bei 90 % der Patienten können durch den Eingriff eine schmerzarme Schulterfunktion wiederhergestellt und nächtliche Schmerzen beseitigt werden.

Weitere Informationen:
Tel 06021/580 310
www.dr-fecher.de